Weihnachten ist lange vorbei ... an mir vorrübergezogen und ich bin froh das der ganze Spuk vorbei ist! Das was daraus geworden ist hat nichts mehr mit dem zu tun, was ich unter "Fest der Liebe" verstehe.
Aber, in Wien wäre ich gerne dabei gewesen, das kommt meinen Traum von Weihnachten auf einem Gnadenhof schon sehr nahe ... Vielleicht gelingt uns das, hier in Deutschland ... Tomasz wäre dabei ... V.K. Wichmann
Alles Leben ist Begegnung Martin Buber
Weihnachtsfest für Mensch und Tier 24.12.2009 Alte Donau, 1210 Wien , Gasthaus Birner ..
Weihnachtsfest für Mensch und Tier…
Mensch und Tier unter dem gleichen Stern, dem Weihnachtstern, zu begegnen - eine Vorstellung wie aus dem Märchenbuch der 1001 Nacht-Geschichten entnommen …? Nein, ganz und gar nicht - sondern eine logische Konsequenz, wenn man die Frohe Botschaft dieser Tage ernst nimmt und beim Namen nennt.
Weihnachtsfest für Mensch und Tier
Die Idee entstand bereits vor zwei Jahren, aber wie so oft im Leben, braucht alles seine Zeit. Gemeinsam mit einer seit Jahren sozial engagierten Tierärztin, engagiert sowohl für Menschen wie auch für Tiere, haben wir uns als Ziel gesetzt, im Jahre 2009 ein Weihnachtsfest für Mensch und Tier zu veranstalten, um in unserer heutigen Gesellschaft ein klares Zeichen zu setzen. Christi Geburt hat für alle Lebewesen, ja für die gesamte Schöpfung seine Relevanz, das ist theologisch gesehen gar keine Frage.
Die Einladung ging an alle, wortwörtlich alle ohne dabei politische, gesellschaftliche, religiöse oder sonst irgendwelche Unterschiede zu machen, vor allem aber an einsame, obdachlose und traurige Menschen und Tiere, die vielleicht gerade am 24.12., am Heiligem Abend, ihre Einsamkeit am schmerzhaftesten spüren, Menschen und Tiere…
Freundlich unterstützt wurde unsere Einladung von der Strassenzeitung Augustin, von Vienna online, Hundewelt, Katze und Du und der Kronenzeitung - aber auch Frau Geier (die Inhaberin der gleichnamigen Bäckereikette) griff uns kräftig unter die Arme.
Unsere Flyer verteilten wir an einige Obdachlosenheime und Tierschutzorganisationen - an Menschen und Tiere wo wir sie nur erreichen konnten...
Es ging um ein ungewöhnliches Weihnachtsfest: Eine Begegnung auf der gleichen Augenhöhe mit Menschen, aber auch mit Tieren, um eine Solidaritätskette mit denen zu bilden, die am Rand unserer Gesellschaft leben. Es war ein soziales Projekt, ein Projekt, das aber auch Tieren auf der gleichen Augenhöhe begegnen wollte.
Mit Unterstützung von einigen Organisationen, privaten Sponsoren und Menschen denen es wichtig war, diese Idee zu unterstützen (und das waren nicht wenige) wurde dieses Fest zu einem Fest des Miteinanders, zu einem Fest des Brot-Teilens, zu einem Fest im jesuanischen (bethlemischen) Sinn. Niemand sollte dieses Fest mit leeren Händen verlassen, weder Menschen noch Tiere, Bescherung gehört schließlich zu Weihnachten!
Es fehlte weder an Geld noch an der Bereitschaft mit den Bedürftigen zu teilen, das tägliche Brot wie auch die Freude der Frohen Botschaft.... Ein schönes Zeichen in der so genannten Konsumgesellschaft, einer Gesellschaft der man nachsagt, dass sie grundsätzlich nur gewinn-orientiert denkt und lebt, ein schönes Zeichen - und ein Fest, das nicht nur schön war, sondern auch Tiefgang hatte…
Viele wunderschöne Augenblicke, Gespräche, Begegnungen, Austausch auf verschiedenen Ebenen - Momente des Glücks.
Eine Reihe von bewegenden Geschichten hörten wir, wie die einer Frau, Obfrau eines Wiener Vereins, der sich für die Freiheit der Tiere einsetzt, der die Tiere aus dem Ausland holt, um ihnen hier ein freundliches, liebevolles Zuhause anzubieten…
Geschichten über Menschen und über Tiere. Geschichten von und über Menschen, die ihr Obdach verloren haben, manche dadurch zugleich auch ihre geliebten Tiere..... Bewegende Geschichten.
Geschichten von einer allein erziehenden jungen Mutter mit ihrem farbigen Kind, Geschichten von einer von Depressionen geplagten jungen Frau, von einem obdachlosen Mann, der lange Wege hinter sich gebracht hat, um bei uns zu sein, weil hier - wie er sagte - Tiere nicht draußen bleiben müssen.
Besondere Freude hat uns ein kleiner Hund gemacht, der uns aus eigenen Kräften nie erreicht hätte und daher in einem kleinem Korb zu uns gebracht wurde, ein Hund der sein Augenlicht verloren hat, ein behinderter Hund…ein blinder Hund. Wiederum ein schönes Zeichen des Verbundenseins von Mensch und Tier, des gemeinsamen Weges, des Miteinanders.
Viele bewegende Geschichten.
Geschichten die auch bewußt machen, dass das Schicksal aller Geschöpfe miteinander verbunden ist, dass Menschen und Tiere gemeinsame Wege gehen, Wege, die sich nicht nur kreuzen, sondern auch gegenseitig beeinflussen.
"Die Schranken zwischen Tier und Mensch fallen sehr leicht. Wir sind von einer einzigen großen Familie. Sie leiden wie ich, wenn ihnen Schmerz zugefügt wird, und wie ich brauchen sie Nahrung, Wärme und ein bisschen Zärtlichkeit." – meinte einmal Marlen Haushofer (1920-1970), österreichische Schriftstellerin..
Beide, Mensch und Tier sind erschaffen von Gottes Hand, mit dem gleichen Atem des Lebens (Gottes Odem/Ruah) berührt und beschert…und gesegnet.
Beide mit dem Gefühl der Freude, der Hoffnung, der Liebe - aber auch des Schmerzes, der Enttäuschung, der Trauer, und der Einsamkeit vertraut…
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken. meinte ein unbekannter Verfasser. Und daran ist (leider) viel Wahres.
Anschließend versammelten wir uns, eingehüllt von der Dunkelheit des Winterabends - des Heiligen Abends - vor einer überdimensionalen Krippe im Garten des Gasthauses, einer traditionellen Krippe, wie wir sie alle kennen, mit Jesus, Maria und Josef, aber auch einem Esel und einem Ochsen, also mit Tieren.. An einem Ort der Begegnung zwischen Mensch, Tier und Gott - und auch Engel waren angeblich dabei. An einem Ort, von dem aus die Frohe Botschaft über Gottes Liebe zu seinen Geschöpfen in die Welt geschickt wurde…Das Wort ist Fleisch geworden... Einem kleinen Ort, an dem Großes begann...
In unseren Gedanken und im gemeinsamen Gebet schlossen wir jedes menschliche, aber auch jedes tierische Lebewesen (vor allem jedes leidende, traurige, einsame) mit ein, ohne wesentliche Unterschiede dabei zu machen, weil es die im Grunde auch nicht wirklich gibt.
Ob auf einem, zwei, oder vier Beinen unterwegs, mit Flügel oder Flossen ausgestattet, entscheidet nicht, ob er/sie/es leidensfähig ist oder nicht, ob er/sie/es sich seines Lebens erfreut oder nicht…
Auch das war ein sehr bewegender Moment.
Die gesponserten Gaben für Mensch und Tier wurden konsequenterweise auch weiterhin an Mensch und Tier weiter geleitet.
Ein Wiener Obdachlosenheim und ein Verein, der um die Freiheit unserer tierischen Mitgeschöpfe und deren irdisches Glück ringt, der sie aus dem Osten holt und ihnen ein freundliches Zuhause anbietet, durften danach von unserem Weihnachtsfest für Mensch und Tier auch noch etwas haben..
"Es war das schönstes Weihnachtsfest das ich je erlebte hatte," meinte ein etwa 40-jähriger Mann. Ein Mann der in seinem Leben - im Freudenkreis und mit seiner Familie - gewiß nicht nur einmal Weihnachten gefeiert hat…
Wenn Weihnachten in seinem tiefsten Sinn ein Fest der Begegnung ist, der Begegnung auf der gleichen Ebene (in Bethlehem war es das) wo sich Gott (Jesuskind) Menschen (Maria, Josef und die Hirten) und Tiere (sie waren ja in dieser Nacht auch dabei) unter dem gleichen Stern und auf der gleichen Augenhöhe begegneten und sich der Botschaft Gottes erfreuten, dann haben wir am 24.12.2009 im 21. Bezirk, im Gasthaus an der alten Donau wirklich Weihnachten gefeiert, und das im tiefsten Sinne dieses Wortes.
Und das bestimmt nicht zum letzten Mal: Im Jahr 2010 wird es wieder solch ein Weihnachtsfest für Mensch und Tier geben, darum haben uns bereits viele Menschen herzlich gebeten.
mmag. Tomasz Jaeschke Kath.Theologe, Religionspädadagoge, Peer-Mediator-Coach www.animalpastor.eu
Lektorat: Angelika Wohlfahrt
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